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Nachbarschaftsthese

Die Straße ist unser Treffpunkt mit dem Fremden.

Verändern wir Straße – verändern wir Gesellschaft.

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Mobilitätsthese

Die Nutzung des Stadtraums als Parkplatz ist ein fundamentales Missverständnis.

Echte Freiheit beginnt jenseits unserer privaten Autos. Befreien wir uns von ihnen!

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Wirtschaftsthese

Befreite Straßen sind Lebensadern des Fortschritts.

Sie versorgen uns zuverlässig und schaffen neue Räume für Kreativität und Innovation.

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Gesundheitsthese

Befreite Straßen sind charmante Einladungen.

Auf ihnen sind alle Menschen sicher, gesund und gerne unterwegs.

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Klimathese

Befreite Straßen schützen unser Leben und das der kommenden Generationen.

Mit ihnen lassen sich Extremwetterlagen besser bewältigen.

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Politikthese

Um Straßen zu befreien, braucht es politischen Willen.

Konflikte müssen ausgehalten, Neues muss gewagt und manches auch wieder verworfen werden.

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Beteiligungsthese

Um Straßen zu befreien, braucht es Pioniere.

Wir alle können diesen Kulturwandel mitgestalten.

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Nachbarschaftsthese

Die Straße ist unser Treffpunkt mit Fremden.

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Mobilitätsthese

Befreite Straßen sind Straßen mit genügend Raum für unserer aller Mobilität.

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Wirtschaftsthese

Befreite Straßen sind leistungsfähige Straßen und gut für unsere Volkswirtschaft.

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Gesundheitsthese

Befreite Straßen sind vitale Straßen und ein Segen für unser Gesundheitssystem.

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Klimathese

Befreite Straßen sind Straßen für Mensch und Natur.

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Politikthese

Befreite Straßen sind Straßen derer, die dort wohnen und arbeiten.

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Beteiligungsthese

Von allein wird es keine befreiten Straßen geben.

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Nachbarschaftsthese

Einführung in die These

Einführung in die These

Einführung in die These

Seit Menschengedenken war der Raum außerhalb der eigenen (privaten) Behausung – sei es ein Zelt, eine Hütte oder ein Haus – der Ort des Austausches unter Nachbarn. In manchen Zeiten und Kulturen kochte, feierte und teilte man mehr in diesem “öffentlichen Raum”, in anderen weniger. Seit Mitte des 20. Jahrhundert erfährt der öffentliche Raum einen enormen Bedeutungsverlust. Die Motorisierung der Massen einerseits und die Echtzeitkommunikation ohne gemeinsamen physischen Raum andererseits haben den städtischen öffentlichen Raum zu einem Ort degradiert, an dem es vorwiegend darum geht, schnell von A nach B zu kommen. (vgl. hierzu die einflussreiche Charta von Athen von 1933)

Für diese Entwicklung gibt es zahlreiche gute Gründe. Zuviel Nähe engt ein, sie verhindert, die Welt und Fremdes kennenzulernen. Und wer wollte auf seine Nachbarn angewiesen sein, um etwas über die aktuelle politische Lage zu erfahren? Doch andererseits haben moderne Techniken auch menschliche Praktiken ersetzt, die für den Zusammenhalt einer Gesellschaft essenziell sind. Die Privatisierung des ehemals öffentlichen Lebens hat dazu geführt, dass der alltägliche kleine Tratsch auf der Straße wegfiel und mit der Zeit auch ehemals selbstverständliche kleine Hilfestellungen unter Nachbarn nicht mehr üblich waren. Man kennt sich nicht mehr. Selbst die bloße Beobachtung des Verhaltens Fremder nahm ab, da mit dem Siegeszug des Automobils der Platz fehlte, sich auf der Straße aufzuhalten. Vergnügen machte es auch nicht. Das hat uns individuell verändert und die Gesellschaft insgesamt.

Auch wir moderne Menschen sind soziale Wesen, aber die echte Begegnung mit anderen Menschen außerhalb unserer eigenen sozialen “Blase” wird zunehmend als Zumutung empfunden. Dadurch wird verstärkt, dass wir uns als Gesamtgesellschaft misstrauisch begegnen.

So hat gesellschaftlicher Zusammenhalt auch stark mit der Gestaltung der Straße zu tun und wir fordern im Sinne einer liberalen und heterogenen Gesellschaft mit dem Manifest der freien Straße mehr Raum für alltägliche Begegnungen. Die von Autos befreite Straße fördert das nachbarschaftliche Zusammenleben.

Einführung in die These

Einführung in die These

Einführung in die These

Straßenwissen

Strassenwissen

Strassenwissen

Straßenwissen

Strassenwissen

Strassenwissen

Perspektive

Perspektive

Perspektive

Die Nachbarschaft als soziales und innovatives Ökosystem

Zusammenleben braucht Leben. Gesellschaft braucht Geselligkeit. 

Eine befreite Straße erkennt man am neuen Grad der Selbstverständlichkeit, mit der Menschen dort ihre Zeit verbringen. Die Hektik hat nachgelassen, denn befreite Straßen sind nicht mehr länger nur Transitorte. Auf ihren (ehemaligen) Parkplätzen sind Aufenthaltsorte entstanden. Anders als bei einer klassischen Fußgängerzone, ist eine befreite Straße dabei kein urbaner Laufsteg, auf den es die Menschen zieht, um zu sehen und gesehen zu werden. Befreite Straßen sind Alltagsorte. 

Die Gestaltung der jeweiligen befreiten Straßen spiegeln die Bedürfnisse der Anwohnenden wider und folgen gleichzeitig einem Rhythmus von Enge und Weite, von Rückzugsmöglichkeiten und Präsentationsflächen, von fest Installiertem und Temporärem. Auch starke Anker fürs Auge – also beispielsweise Kunstinstallationen oder besondere Straßenarchitekturen – tauchen in befreiten Straßen auf. Sie ermöglichen eine Wiedererkennung und fördern ein Gefühl von Identität. 

In dieser Mischung unterschiedlicher Atmosphären fühlen sich Nachbarn mit ihren vielfältigen Bedürfnissen und Interessen eingeladen. Es wird normal, Anwohnende zu sehen, wie sie auf ihrer Straße einer Arbeit, einem Hobby oder irgendetwas dazwischen nachgehen. Und beim entspannten Nebeneinander ergeben sich leicht Gespräche und lose Bekanntschaften, aber auch Freundschaften und gemeinsame Projekte.

Vieles wird plötzlich denkbar. Kinder und Jugendliche lernen sich untereinander leichter kennen, weil die Gefahr durch motorisierten Straßenverkehr stark abnimmt. Dadurch werden sie früher selbstständig und bauen ein gesundes Selbstbewusstsein auf. Senioren trauen sich aus ihren vier Wänden und können beispielsweise Migrantinnen oder Kindern ihre Fähigkeiten und Erfahrungen weitergeben. Erwachsene kommen mit anderen Expertisen in Kontakt, tauschen sich aus, inspirieren sich. Eingeschränkte Personen finden leichter Zugang zu Menschen, die sie ansonsten gar nicht treffen. 

Befreite Straßen werden so unterschiedlich sein, wie die Menschen, die sich auf und an ihnen aufhalten. Es wird aktivere und inaktivere befreite Straßen geben. Es wird befreite Straßen geben, in denen es zu Interessenskonflikten kommt – bei Bedarf muss auch ein externer Kümmerer eingeschaltet werden. Und natürlich gibt es auch in Zukunft Lästereien und Streit unter Nachbarn – wir bleiben schließlich Menschen. 

Insgesamt können befreite Straßen aber zu einer sozialeren, innovativeren und widerstandsfähigeren Stadt- und Gesamtgesellschaft führen. Denn wir Menschen sind „soziale Wesen“ und die Interaktion mit einer überschaubaren Anzahl von anderen Menschen – so unterschiedlich sie auch sein mögen – liegt schlichtweg in unserer Natur.

Perspektive

Perspektive

Perspektive

MASSNAHMEN

Massnahmen

Massnahmen

Einladende Kommunikationsorte

Eine Bedingung für ein aktives nachbarschaftliches Zusammenleben sind weiche Kanten („Soft edge“) zwischen Privat und Öffentlich. Insbesondere in Straßen, in denen vorrangig gewohnt wird, sind Vorgärten, Vorplätze und Veranden ideale Verbindungsräume, um nachbarschaftliche Interaktion zu fördern.

Sitzbank ist nicht gleich Sitzbank! Eine gute Gestaltung von Treffpunkten auf der Straße folgt Mustern, deren Wirkung der dänische Stadtplaner Jan Gehl ausgiebig analysiert hat. Begrünung, angenehme Oberflächen und das richtige Verhältnis von - Schutz vor - und - Öffnung zur - Umgebung entscheiden, wie einladend wir Menschen einen Ort empfinden. Bestenfalls hält der urbane Raum verschiedene Sitz-Angebote für verschiedene Bedürfnisse vor – von einzeln und isoliert bis gruppiert und gesprächsfördernd, mit und ohne Tische, mit und ohne Liegen oder auch für Zielgruppen mit speziellen Anforderungen, wie Schwangere, Kinder oder Gehbehinderte.

Betätigungsmöglichkeiten sportlicher Art, wie Tischtennisplatte, Boulebahn, Straßenschach oder auch bewegbares Stadtmobilar fördern nachbarschaftliche Begegnungen. Die Erfahrung zeigt zudem, dass sich in einer zunehmend diverseren Gesellschaft Nachbarschaftsgärten besonders gut eignen, um sprachliche und kulturelle Hürden unter Nachbarn zu überwinden. Die parallele Arbeit schafft zwanglose und entspannte Situationen und schnell entstehen gemeinsame Themen.

Temporäre Erlebnisse können zur Initialzündung für ein stärkeres Nachbarschaftsgefühl werden: seien es Straßenflohmärkte, eine Aktion wie “Lichterwege” in Wuppertal oder auch wandernde Installationen, wie der Pop-Up-Wald Berlin oder auch kulturelle Installationen, wie Open-Air-Bühne oder Open-Air-Straßenkino.

Unterstände oder Pergolen bieten losen Nachbarschaftsgemeinschaften auch bei unbehaglichen Wetterlagen (starke Hitze, Regen, etc.) einen Ort. Insbesondere Jugendliche, aber auch Senioren sind auf informelle Treffpunkte angewiesen, an denen sie auf ihresgleichen treffen.

In hochverdichteten (und teuren) Stadtlagen können auf ehemaligen Auto-Parkstreifen auch beheizbare und verschließbare Pavillons für das Gemeinwohl entstehen. In passenden Zeitfenstern könnten die Gemeinschaftsräume vielfältig bespielt werden (bspw. morgens Kita-Spielraum, Mittags Hausaufgaben- betreuung, Nachmittags Senioren-Tee und Abends Proberaum für den Nachbarschafts-Chor). Die Nutzung sollte gebührenfrei oder -arm und das Vergabesystem transparent und kriteriengebunden erfolgen

Straßen-Concierge

Das Mehr an Gemeinschaft auf kommunalem Boden organisiert sich nicht von ganz alleine: Bestimmte Regeln und Aufgaben müssen verteilt werden. Denkbar sind Patenschaften für neue gemeinsame Infrastrukturen oder auch temporäre Nutzungslizenzen. Zusätzlich braucht es eine*n Straßen-Concierge, der/die einerseits die Kümmererfunktion übernimmt, andererseits für ausgeglichene Interessen sorgt oder auch (temporär) hilfsbedürftigen Menschen bei ihren täglichen Aufgaben unterstützt. 

MASSNAHMEN

Massnahmen

Massnahmen

COMIC

Comic

Comic

COMIC

Comic

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Weiterführende Fachbegriffe

Weiterführende Fachbegriffe

Weiterführende Fachbegriffe

Blick in die Zukunft

Blick in die Zukunft

Die Straße ist unser Treffpunkt mit Fremden.

Verändern wir Straße – verändern wir Gesellschaft.